Kunden in anderen Städten gewinnen: So werden Unternehmen außerhalb ihres Standorts sichtbar

Patrick und Wibke im Austausch darüber, welche Maßnahmen wirken, um neue Kunden in anderen Städten zu gewinnen.
Inhaltsverzeichnis

Viele Handwerksbetriebe und regionale Dienstleister sind nicht nur an ihrem Unternehmensstandort tätig, sondern betreuen auch Kunden in umliegenden Städten. Trotzdem werden sie bei Google häufig vor allem in der Nähe ihres Firmensitzes gefunden. Das ist ärgerlich, denn potenzielle Kunden aus benachbarten Städten suchen ebenfalls nach ihren Leistungen und finden stattdessen häufig andere Anbieter.

Wie können Unternehmen also auch in anderen Städten bei Google sichtbar werden und neue Kunden gewinnen, ohne dort eine eigene Niederlassung zu haben?

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche davon sinnvoll sind, hängt unter anderem davon ab, ob ein Unternehmen über die reguläre Google-Suche, Google Maps oder bezahlte Anzeigen neue Kunden erreichen möchte.

1. Mit regionalen Leistungsseiten in weiteren Städten gefunden werden

Eine Möglichkeit, außerhalb des eigenen Standorts bei Google gefunden zu werden, sind regionale Leistungsseiten auf der Unternehmenswebseite.

Ein Beispiel: Ein Handwerksbetrieb aus Leer bietet seine Leistungen nicht nur in Leer selbst, sondern auch in Papenburg, Emden und Aurich an. Um bei entsprechenden Suchanfragen besser gefunden zu werden, könnte er für ausgewählte Städte eigene Leistungsseiten erstellen.

Auf einer solchen Unterseite lässt sich gezielt erklären, welche Leistungen das Unternehmen in der jeweiligen Stadt anbietet und in welchen umliegenden Orten es ebenfalls tätig ist.

Was macht eine gute regionale Leistungsseite aus?

Wer beispielsweise nach „Dachdecker Papenburg“ oder „Heizungsinstallateur Emden“ sucht, möchte einen passenden Anbieter finden, der die gewünschte Leistung in der jeweiligen Stadt anbietet.

Eine regionale Leistungsseite sollte deshalb genau diese Informationen liefern.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Leistungen: Welche Arbeiten übernimmt das Unternehmen in der jeweiligen Stadt?
  • Einzugsgebiet: Welche Orte und umliegenden Gemeinden werden betreut?
  • Referenzen: Gibt es bereits abgeschlossene Projekte oder zufriedene Kunden aus der Region?
  • Kontaktmöglichkeiten: Wie können Interessenten ein Angebot anfordern oder einen Termin vereinbaren?

„Besonders hilfreich sind konkrete Referenzen. Hat der Betrieb beispielsweise bereits mehrere Projekte in Papenburg umgesetzt, kann er diese mit Bildern und einer kurzen Beschreibung vorstellen. So erhalten Besucher einen Eindruck von der bisherigen Arbeit und erkennen, dass das Unternehmen tatsächlich in ihrer Region tätig ist“, erklärt Patrick Nießen, Senior Marketing Manager bei cw.marketing.

Braucht jede Stadt eine eigene Unterseite?

Nicht unbedingt. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Stadtseiten, sondern deren Qualität:

„Eine regionale Leistungsseite sollte nicht einfach eine Kopie einer bestehenden Seite sein, bei der lediglich der Ortsname ausgetauscht wurde. Solche Inhalte bieten Besuchern kaum zusätzliche Informationen und können unter bestimmten Umständen von Google als sogenannte Brückenseiten eingestuft werden“, so Nießen weiter.

Für manche Unternehmen reicht eine zentrale Leistungsseite mit einem klar beschriebenen Einzugsgebiet aus. Andere profitieren von zusätzlichen regionalen Unterseiten, insbesondere wenn sie in bestimmten Städten regelmäßig tätig sind und dort eigene Referenzen vorweisen können.

Auch eine übersichtliche Seitenstruktur, passende interne Verlinkungen und eine gute Darstellung auf Smartphones unterstützen die Auffindbarkeit und Nutzerfreundlichkeit der Webseite.

2. Google Unternehmensprofil: Was ist ohne Niederlassung möglich?

Das Google Unternehmensprofil ist für regionale Unternehmen ein wichtiger Kontaktpunkt. Darüber finden potenzielle Kunden unter anderem Kontaktdaten, Bewertungen und Informationen zu den angebotenen Leistungen.

Wer auch in umliegenden Städten Kunden gewinnen möchte, sollte deshalb sein Unternehmensprofil möglichst vollständig und aktuell halten.

Welche Möglichkeiten bietet das Google Unternehmensprofil?

Unternehmen können verschiedene Angaben und Inhalte gezielt optimieren:

  • Einzugsgebiet hinterlegen: Handwerksbetriebe und Dienstleister, die ihre Leistungen beim Kunden vor Ort erbringen, können angeben, welche Städte und Regionen sie tatsächlich betreuen.
  • Leistungen und Kategorien pflegen: Passende Unternehmenskategorien und aussagekräftige Leistungsbeschreibungen helfen Google dabei, das Angebot besser einzuordnen.
  • Unternehmensbeschreibung optimieren: Hier können Unternehmen ihre Leistungen, Spezialisierungen und ihr regionales Tätigkeitsgebiet vorstellen.
  • Regionale Projekte zeigen: Fotos, Videos und Beiträge zu abgeschlossenen Projekten in umliegenden Städten machen deutlich, dass das Unternehmen auch außerhalb seines Firmensitzes aktiv ist.
  • Kundenbewertungen sammeln: Authentische Bewertungen stärken das Vertrauen potenzieller Kunden. Auch Rückmeldungen von Auftraggebern aus anderen Städten können dabei hilfreich sein.

Ein Handwerksbetrieb aus Leer könnte beispielsweise Projekte aus Papenburg oder Emden in seinem Google Unternehmensprofil vorstellen. So erfahren Interessenten aus diesen Städten, dass der Betrieb auch in ihrer Region tätig ist.

Welche Grenzen gibt es bei Google Maps?

Trotz dieser Optimierungsmöglichkeiten lässt sich die Sichtbarkeit nicht beliebig auf weitere Städte ausweiten:

„Bei lokalen Suchergebnissen berücksichtigt Google insbesondere drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Ein Unternehmen aus Leer kann deshalb bei einer Suche in Oldenburg schlechter platziert sein als ein vergleichbarer Anbieter direkt vor Ort“, sagt Wibke Groenewold, Online Marketing Managerin bei cw.marketing.

Auch die Angabe eines größeren Einzugsgebiets führt nicht automatisch zu besseren Platzierungen in den genannten Städten. Ebenso dürfen Unternehmen nicht einfach für jede Zielstadt ein zusätzliches Google Unternehmensprofil erstellen. Separate Profile sind nur für Standorte zulässig, die Googles Voraussetzungen erfüllen.

Ein gut gepflegtes Google Unternehmensprofil kann die lokale Sichtbarkeit unterstützen und potenzielle Kunden überzeugen. Um auch in weiter entfernten Städten neue Kunden zu gewinnen, sollten Unternehmen es jedoch mit weiteren Maßnahmen wie regionalen Leistungsseiten und Google Ads kombinieren.

3. Mit Google Ads gezielt Kunden in anderen Städten erreichen

Während sich organische Google-Rankings häufig erst über einen längeren Zeitraum entwickeln, können Unternehmen mit Google Ads zusätzliche Regionen gezielt ansprechen.

Ein Sanitärbetrieb aus Leer könnte beispielsweise Suchanzeigen für bestimmte Leistungen in Papenburg oder Emden schalten. Die Anzeigen können Menschen erreichen, die dort aktiv nach einem passenden Anbieter suchen.

Der Vorteil: Unternehmen können gezielt dort werben, wo sie zusätzliche Aufträge gewinnen möchten.

Wie funktioniert die regionale Ausrichtung von Google Ads?

Bei Google Ads lassen sich Kampagnen auf bestimmte Städte, Regionen oder geografische Umkreise ausrichten.

„Dabei sollte genau geprüft werden, welche Standorteinstellungen verwendet werden. Je nach Einstellung können Anzeigen nicht nur Menschen erreichen, die sich tatsächlich in der Zielregion befinden, sondern auch Personen, die Interesse an dieser Region zeigen“, erklärt Lara Zielinsky, Senior Marketing Managerin bei cw.marketing.

Für einen regional tätigen Handwerksbetrieb kann es sinnvoll sein, sich möglichst auf Nutzer zu konzentrieren, die sich tatsächlich im gewünschten Einzugsgebiet aufhalten.

Neben der geografischen Ausrichtung sind die Suchbegriffe entscheidend. Wer neue Kunden für eine bestimmte Dienstleistung gewinnen möchte, sollte seine Anzeigen auf Suchanfragen ausrichten, bei denen ein konkreter Bedarf erkennbar ist.

Die passende Zielseite entscheidet mit

Eine Anzeige allein reicht allerdings nicht aus. Wer beispielsweise nach einer Dachreinigung in Aurich sucht und auf eine Anzeige klickt, sollte auf der Webseite direkt Informationen zu dieser Leistung finden.

Eine gute Zielseite beantwortet die wichtigsten Fragen, zeigt das Einzugsgebiet und bietet eine einfache Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Dafür muss nicht zwingend für jede Stadt eine eigene Landingpage erstellt werden. Entscheidend ist, dass die Inhalte zur Anzeige und zur Suchanfrage passen.

Google Ads können somit eine sinnvolle Ergänzung zur Suchmaschinenoptimierung sein. Sie schaffen zusätzliche Möglichkeiten, potenzielle Kunden in weiteren Regionen zu erreichen, verbessern aber nicht automatisch die organischen Google-Rankings.

4. Welche Städte sind für die Neukundengewinnung besonders interessant?

Bevor Unternehmen zusätzliche regionale Leistungsseiten erstellen oder Werbekampagnen starten, sollten sie überlegen, welche Städte überhaupt infrage kommen. Nicht jede benachbarte Stadt ist automatisch ein attraktiver Zielmarkt.

Ein Handwerksbetrieb muss beispielsweise berücksichtigen, ob sich längere Anfahrtswege wirtschaftlich lohnen und ob ausreichend Kapazitäten vorhanden sind, um zusätzliche Aufträge anzunehmen. Auch die Nachfrage und die Wettbewerbssituation unterscheiden sich von Region zu Region.

Bei der Auswahl geeigneter Zielregionen helfen folgende Fragen:

  1. Aus welchen Städten kommen bereits Kunden und Anfragen?
  2. In welchen Regionen werden die eigenen Leistungen besonders häufig gesucht?
  3. Wie stark ist die Konkurrenz vor Ort?
  4. Welche Anfahrtswege sind wirtschaftlich sinnvoll?
  5. Welche Leistungen möchte das Unternehmen gezielt stärker anbieten?

Ein Unternehmen aus Leer könnte beispielsweise feststellen, dass bereits regelmäßig Anfragen aus Papenburg kommen, während es in Aurich bislang kaum bekannt ist. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, zunächst die vorhandene Nachfrage in Papenburg besser auszuschöpfen und anschließend zu prüfen, ob sich zusätzliche Maßnahmen für Aurich lohnen.

Eine vorherige Analyse hilft dabei, das verfügbare Marketingbudget dort einzusetzen, wo tatsächlich Potenzial für neue Kunden besteht.

5. Wie lässt sich der Erfolg in neuen Regionen messen?

Mehr Sichtbarkeit bei Google ist ein guter Anfang. Für Unternehmen ist letztlich aber entscheidend, ob daraus auch passende Kundenanfragen und neue Aufträge entstehen.

Deshalb sollte regelmäßig überprüft werden, wie sich die Nachfrage aus den gewünschten Regionen entwickelt.

Dabei helfen unter anderem folgende Informationen:

  • Regionale Suchanfragen: Über die Google Search Console lässt sich nachvollziehen, bei welchen Suchbegriffen die Webseite in den Suchergebnissen erscheint. Besonders interessant sind Suchanfragen mit konkretem Ortsbezug.
  • Ergebnisse aus Google Ads: Die Kampagnendaten zeigen, aus welchen geografischen Gebieten Anzeigeninteraktionen und Conversions erfasst werden. Diese Angaben sind allerdings nicht immer mit dem tatsächlichen Standort eines Interessenten gleichzusetzen.
  • Kundenanfragen und Aufträge: Über Kontaktformulare, Beratungsgespräche oder Vertriebsdaten lässt sich erfassen, aus welchen Städten neue Interessenten kommen und welche Leistungen dort nachgefragt werden.

Dabei zählt nicht allein die Anzahl der Anfragen. Entscheidend ist auch, ob sie zum Unternehmen passen und tatsächlich zu neuen Aufträgen führen.

Ein Betrieb könnte beispielsweise feststellen, dass seine Anzeigen in Emden viele Klicks erzielen, die meisten tatsächlichen Aufträge aber aus Papenburg stammen.

Solche Erkenntnisse helfen dabei, Kampagnen anzupassen und das Budget sinnvoller zu verteilen. Auch bei regionalen Leistungsseiten lohnt sich ein regelmäßiger Blick darauf, ob sie über relevante Suchanfragen gefunden werden und zusätzliche Kontakte entstehen.

Kunden in anderen Städten gewinnen Symbolgrafik

Häufig gestellte Fragen zur Kundengewinnung in anderen Städten

Kann ich bei Google in anderen Städten gefunden werden, ohne dort einen Standort zu haben?

Ja. Auch ohne eigene Niederlassung können Unternehmen in anderen Städten bei Google sichtbar werden. Besonders über die organische Google-Suche und Google Ads lassen sich potenzielle Kunden außerhalb des eigenen Standorts erreichen. Bei Google Maps spielt dagegen die Entfernung zum Unternehmensstandort eine wichtige Rolle, weshalb gute Platzierungen in weiter entfernten Städten schwieriger sein können.

Brauche ich für jede Stadt eine eigene Unterseite auf meiner Webseite?

Nein, nicht für jede Stadt ist eine eigene Unterseite notwendig. Regionale Leistungsseiten können sinnvoll sein, wenn ein Unternehmen gezielt Kunden in bestimmten Städten gewinnen möchte. Wichtig ist, dass jede Seite hilfreiche und möglichst individuelle Informationen enthält, beispielsweise zu angebotenen Leistungen, regionalen Referenzen und dem Einzugsgebiet. Seiten, bei denen lediglich der Ortsname ausgetauscht wird, sind dagegen nicht empfehlenswert.

Wie kann ich mein Unternehmen bei Google Maps in mehreren Städten sichtbar machen?

Unternehmen, die ihre Leistungen beim Kunden vor Ort erbringen, können im Google Unternehmensprofil ihr tatsächliches Einzugsgebiet angeben. Dadurch wird jedoch nicht automatisch eine bessere Platzierung in allen genannten Städten erreicht. Für die lokale Sichtbarkeit sind unter anderem die Relevanz des Unternehmens, seine Entfernung zum Suchenden und seine Bekanntheit entscheidend.

Fazit: Kunden in anderen Städten zu gewinnen ist auch ohne Niederlassung möglich

Unternehmen müssen nicht in jeder Stadt eine eigene Niederlassung haben, um dort neue Kunden zu erreichen. Mit regionalen Webseite-Inhalten, einem korrekt gepflegten Google Unternehmensprofil und gezielter Werbung können sie ihre Sichtbarkeit über den eigenen Standort hinaus ausbauen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom Unternehmen, seinem Einzugsgebiet und der Nachfrage in den gewünschten Regionen ab.

Sie möchten mit Ihrem Unternehmen auch außerhalb Ihres bisherigen Standorts neue Kunden gewinnen?

Als Werbeagentur in Leer unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre regionale Sichtbarkeit gezielt auszubauen. Sprechen Sie uns gerne an. Wir beraten Sie zu den passenden Möglichkeiten.

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