Google Ads oder Facebook Ads

Geschrieben von Lina Christmann | 21.07.2019
Lesezeit: 8 Minuten ⏱️

Mit Google oder Facebook Ads zum Erfolg?

Die beiden Giganten Google und Facebook stellen Unternehmen die bedeutendsten Werbenetzwerke weltweit zur Verfügung. Außerdem sind die führende Suchmaschine und das größte Soziale Netzwerk die beiden Traffic-Quellen im Web schlechthin.

Somit ist es nachvollziehbar, dass sich viele Unternehmer und Marketingverantwortliche fragen, inwiefern sie diese Plattformen für ihre Werbung nutzen können, welche Unterschiede zwischen den Plattformen bestehen und welche Formen sich wirtschaftlich lohnen.

In diesem Blogartikel erklären wir Ihnen, warum Sie sich mit beiden Angeboten auseinandersetzen sollen, wenn Sie planen, Ihre Produkte oder Dienstleistungen effektiv über Werbeanzeigen zu vermarkten. Zum einen funktionieren die Dienste unterschiedlich, zum anderen bieten sie auch verschiedene Leistungen an.

Google Ads

Wenn Sie bei Google beispielsweise nach dem Wort „Monitor“ suchen, werden Ihnen Werbeanzeigen angezeigt, die Monitore bewerben. Demnach sehen Sie zu Ihrer Suchanfragen abgestimmte Ergebnisse. Im Online Marketing spricht man im Fachjargon auch von „Paid Search“.

Die am weitesten verbreitete Werbeform bei Google Ads ist die klassische Suchnetzwerk-Anzeige. Dabei werden abhängig vom jeweiligen Suchbegriff und der entsprechenden Thematik spezifische Textwerbungen geschalten, auf die Werbetreibende in einem Auktionsverfahren ihre Gebote abgeben, um die Link Klicks für sich zu gewinnen.

In vereinfachter Darstellung bedeutet dies, dass ein Nutzer oder potenzieller Konsument eine Suchanfrage an Google stellt und im Anschluss Werbeanzeigen über den organischen Suchergebnissen sieht. Immer dann, wenn der Nutzer auf eine Werbeanzeige klickt, wird das hinterlegte Konto des Werbeschaltenden belastet und der Nutzer auf die beworbene Webseite geleitet.

Neben den Anzeigen im Suchnetzwerk bietet Google auch noch andere Anzeigenformen an. Beispiele sind hier Google Displayanzeigen oder Google Shopping Anzeigen.

Obwohl Konkurrenten wie Bing Ads auf dem Markt tätig sind, ist Google dennoch der ungeschlagene Sieger und Marktführer im Bereich Paid Search.

Vorteile

Die Suchmaschine Google muss täglich ungefähr 5,6 Milliarden Suchanfragen bearbeiten, was etwa 65.000 Anfragen in der Sekunde entspricht. Und nutzen Sie nicht auch täglich Google?

Daher weiß Google im Detail, welche Bedürfnisse ein bestimmter Benutzer hat. Wenn Sie vor kurzem über Google nach einem Monitor gesucht haben, weiß die Suchmaschine, dass Sie wahrscheinlich auch einen Monitor kaufen möchten. Schaltet ein Verkäufer von Monitoren Google Werbung, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass seine Anzeige weit oben in der Google Suche auftaucht. Außerdem kann Google nun auf verschiedensten Webseiten, die auf ihrer Seite von Google Werbung schalten lassen, ebenfalls Werbeanzeigen von Monitoren ausstrahlen.

Oft sind Benutzer mit einer solchen Kaufabsicht auf Google unterwegs, weswegen die Klicks bei Google oft teurer sind als bei Facebook.

Einsatzbereiche

Im Folgenden haben wir für Sie die Einsatzgebiete von Google Ads aufgelistet:

  • Für E-Commerce-Kampagnen
  • Für weit gestreute, mobile Werbekampagnen
  • Im Rahmen von Conversionzielen, die eine längere Vorlaufphase brauchen und zunächst Informationen liefern sollen
  • Bei größeren und diversen Zielgruppen
  • Im Hinblick auf Remarketing, bei dem Sie schon bestehendes Interesse reaktivieren
  • Für das Sammeln von Daten von möglichen Kunden
  • Für Bannerwerbung mit vielen verschiedenen Anzeigenformaten

Facebook Ads

Wenn wir im Folgenden Facebook Ads erklären, sind dabei immer Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram gemeint. Denn diese Plattformen gehören zusammen und für beide Plattformen können Anzeigen im Werbeanzeigenmanager von Facebook erstellt werden.

Diese Anzeigenwerbung ist der Marketing Kategorie „Paid Social“ zuzuordnen. Warum das so ist? Wenn Sie Facebook öffnen, geschieht dies in den meisten Fällen nicht, weil Sie konkrete Such- oder Kaufabsichten hegen. Viel wahrscheinlicher ist, dass Sie sich über die Neuigkeiten in Ihrem sozialen Umfeld informieren möchten oder recherchieren wollen, welche Events in Ihrer Nähe bevorstehen.

Facebook ist ein Soziales Netzwerk – und zumindest auch Sicht seiner Nutzer weder Werbeplattform noch Suchmaschine.

Wegen dieser Art der Nutzung gelten für Werbeschaltungen auf Facebook und Instagram andere Regeln und Erfolgsfaktoren als bei Google und in den anderen Suchmaschinen. Strategien, die für Paid Search erfolgreich funktionieren, sind für Paid Social nicht denkbar. Statt eine Antwort auf eine freiwillig gestartete Suchanfragen zu liefern, unterbrechen Sie mit Werbeanzeigen das Konsumieren von unterhaltsamen Videos oder das Betrachten relevanter Beiträge. Dies müssen Sie bei der Planung Ihrer Kampagnen beachten.

Vorteile

Der größte Vorteil von Facebook Ads liegt drin, dass Ihnen die Plattform die Möglichkeit bietet, Ihre Zielgruppe ganz deutlich nach demografischen und sozialen Merkmalen wie Alter, Wohnort, Interessen, Handlungen und Verhalten einzugrenzen. Sie können Ihre Anzeigen auf Facebook so gezielt ausstrahlen und dabei auf die individuellen Wünsche und Anforderungen Ihrer Zielgruppe eingehen, wie auf keiner anderen Plattform im Internet.

Warum so ein detailliertes Targeting möglich ist? Facebook verfügt über unfassbar viele persönliche Daten und kann entsprechend viele Targetierungsmöglichkeiten anbieten.

Besonders bekannt geworden ist Facebook für zwei Arten von Werbeanzeigen: Custom Audiences und Lookalike Audiences. Um diese Anzeigenformen zu nutzen, müssen Sie den Facebook Pixel aktivieren und in Ihre Webseite oder Landingpage integrieren.

Im Rahmen einer Custom Audience können Sie dann Ihre Anzeigen an Nutzer ausspielen, die Ihre Webseite besucht haben. Und im Rahmen einer Lookalike Audience findet Facebook neue Zielgruppen für Sie – Zielgruppen, die Ihrer aktuellen Zielgruppe ähnlich sind.

Für Marketer bieten Custom und Lookalike Audiences hervorragende Möglichkeiten. Allerdings sind hier datenschutzrechtliche Aspekte zu beachten.

Aber so gut die Zielgruppenansprache auf Facebook auch funktioniert: Auf Facebook und Instagram sind – im Gegensatz zu Google – nur wenige Benutzer mit einer klaren Kaufabsicht unterwegs. Soziale Aspekte und Kommunikation stehen hier im Vordergrund. Behalten Sie das im Hinterkopf!

Einsatzbereiche

Für folgende Zwecke empfehlen wir Facebook Ads:

 

  • Branding Kampagnen, mit denen Sie die Bekanntheit Ihrer Marke oder Ihres Shops steigern möchten
  • Für Anzeigen, bei denen Sie in direkten Kontakt mit Ihrer Zielgruppe kommen möchten
  • Für optisch ansprechende Ads, die Ihre visuellen Vorzüge im schönsten Licht erstrahlen lassen
  • Bei exaktem Targeting für kleinere und nicht erschlossene Zielgruppen
  • Für mobile Werbung
  • Um spontane Kaufimpulse zu setzen
Ein Fuchs mit Fragezeichen

Was einsetzen – Google oder Facebook Ads?

Damit sind die Vorteile der beiden Werbenetzwerke äußerst unterschiedlich. Beide Plattformen sind allerdings essenziell, um erfolgreich Werbung zu positionieren:

Google als größte Suchmaschine weltweit mit einem enormen Werbenetzwerk, das auch Anzeigen auf unzähligen anderen Seiten ausstrahlt, und Facebook als größtes Soziales Netzwerk.

Bei der Wahl des idealen Werbenetzwerkes sollten Sie sich demnach folgende drei Fragen stellen:

  • Was möchten Sie erreichen?
  • Welches Produkt oder welche Dienstleistung verkaufen Sie – und zu welcher Plattform passt es?
  • Wie wahrscheinlich ist der Erfolg einer Paid Search oder einer Paid Social Kampagne für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung?

Frage 1: Was möchten Sie erreichen?

Der größte Unterschied der beiden Werbenetzwerke liegt in der Verschiedenheit der Anliegen von Nutzern über die entsprechenden Plattformen. Während Benutzer über Suchmaschinen nach konkreten Begriffen suchen, wollen sie bei Sozialen Netzwerken kommunizieren und sich auf privater Ebene austauschen.

Deshalb lassen sich über Suchmaschinen und Soziale Netzwerke unterschiedliche Marketingziele verfolgen. Dies sollten Sie in jedem Fall bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen.

Frage 2: Zu welcher Plattform passen Ihre Produkte oder Dienstleistungen?

Wenn Sie als Unternehmer oder Marketingverantwortlicher wissen, was Sie nachhaltig und langfristig erreichen möchten, also wissen, ob eine Suchmaschine oder ein Soziales Netzwerk das optimalere Werbeumfeld für Ihre Zwecke ist, sollten Sie ausgiebig prüfen, ob Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung thematisch zu dem entsprechenden Netzwerk passt.

Wir haben zum Beispiel gute Erfahrung damit gemacht, Werbeanzeigen, die Themen wie Genuss, Shopping, Hobbys oder Reisen behandeln, überwiegend über Social Media zu positionieren. Dementsprechend eigenen sich Social Ads besonders als Kommunikationsinstrument für die Unternehmen, die B2C Produkte oder Dienstleistungen ohne weiteren Erklärungsbedarf vermarkten möchten.

Im Gegensatz dazu eigenen sich Google Ads für B2C Anbieter, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, die eine gewisse Erklärung benötigen.

Frage 3: Wie wahrscheinlich ist der Erfolg einer Paid Search oder einer Paid Social Kampagne für Ihr Produkte oder Dienstleistungen?

Nachdem Sie Ihre Ziele und die Stimmigkeit von Plattform und Produkt geklärt haben, sollten Sie im letzten Schritt überprüfen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich die festgelegte Zielgruppe über eine Werbeanzeige erfolgreich erreichen lässt.

Für Paid Social gilt: Je enger gefasst die Zielgruppe und das entsprechende Einzugsgebiet sind, desto höher sind die Kosten und desto schwieriger ist es, erfolgreich Werbung zu platzieren. Des Weiteren steht fest: Alles, was sich online bestellen lässt, eignet sich potenziell für Marketingmaßnahmen im Rahmen von Paid Social, da die Zielgruppe und das Einzugsgebiet groß sind.

Präferieren Sie Werbung über Google, sollte Ihr Angebot auf jeden Fall gängige Suchbegriffe aufgreifen.

Zwei Tipps

Setzen Sie stets auf Remarketing!

Unserer Erfahrung nach sollten Sie sowohl bei Google als auch bei Facebook stets mit Remarketing arbeiten. Remarketing bietet Ihnen die Möglichkeit, an den Besuchern Ihrer Webseite „dranzubleiben“, indem Sie Ihnen Ihre Werbung ausspielen – auf im Internet und auf Facebook.

Mit Google Display Anzeigen können Sie Ihre Werbung an die Besucher Ihrer Webseite ausspielen, wenn diese auf Partnerseiten von Google unterwegs sind. Sie kennen diese Art der Bannerwerbung gewiss auch. Hier stehen Ihnen, ähnlich wie bei Facebook Ads, vielfältige Targetierungsmöglichkeiten offen sowie Millionen von Partner-Webseiten (die mit der Werbung wiederum Einnahmen generieren). Diese Form des Google Remarketings ist in der Regel unheimlich kostenattraktiv.

Auch bei Facebook empfehlen wir Remarketing. Spielen Sie zum Beispiel im Rahmen einer Custom Audience eine Kampagne zur Fan-Gewinnung an die Besucher Ihrer Webseite aus. Da die Nutzer bereits Ihre Webseite besucht haben, werden Sie bekannt sein. Ihre Bekanntheit können Sie auf Facebook mit der Remarketinganzeige noch stärken und darüber hinaus idealerweise Ihren Besucher als Fan gewinnen.

Achten Sie auf Ihre Landingpage

Beachten Sie bei der Schaltung von Google Ads und Facebook Ads immer auch Ihre Webseite oder Landingpage im Auge. Die Qualität der Anzeigen ist das andere. Mindestens genauso entscheidend für den Erfolg Ihrer Anzeigenwerbung ist aber die Qualität der Webseite, auf die Sie verlinken.

Fazit

Da nun die Vorzüge der Werbenetzwerke umfangreich erläutert wurden, soll im Folgenden eine kurze Zusammenfassung der beiden grundlegenden Unterschiede von Paid Search und Paid Social folgen.

Bei Paid Search suchen User mit einer direkten Kaufabsicht und die Suchmaschine weiß, welche Bedürfnisse die Kunden haben.

Bei Paid Social steht die Kommunikation und punktgenau Zielgruppendefinition im Vordergrund.
Immer wieder fragen sich Marketingverantwortliche, welches Werbenetzwerk für höhere Umsätze sorgt. Allerdings lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten, da es von der Branche und Art des Angebots des jeweiligen Unternehmens abhängt.

Außerdem wird mit der richtigen Strategie und einer Mischung aus beiden Netzwerken der wahrscheinlich größte Erfolg erzielt, denn im Online Marketing geht es nicht darum, eine allgemeingültige Lösung zu finden, sondern alle modernen Tools und Instrumente durchdacht einzusetzen.

Dabei gilt es auch Synergien zu erkennen, denn Erkenntnisse im Rahmen der Paid Social Werbung können auf in die entsprechenden Kampagnen bei Google einfließen, wodurch sich das Online Marketing eines Unternehmens ganzheitlich und allumfassend verbessert.

Wenn Sie zu diesem Thema weiter beraten werden möchten oder interessiert daran sind Anzeigen zu schalten, kontaktieren Sie uns. Gerne beraten wir Sie unverbindlich.

Die Autorin

Diesen Blogartikel hat Lina Christmann geschrieben.

Lina kümmert sich in unserer Werbeagentur um die Betreuung der Kunden, ist unser Spezi in der Beratung neuer Kunden und schreibt ansonsten auch sehr gerne über Online Marketing Themen.

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